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Rhetorik und Mimik: Die Muskeln der Gefühle

Wenn wir lachen, weinen oder überrascht sind, erzählt unser Gesicht nonverbal von unseren Gefühlen.


Welche Muskeln erzählen mimisch welches Gefühl?


Für die Mimik verwenden wir im Gesicht und im Halsbereich eine Vielzahl von Muskeln.

Genauer gesagt haben wir etwa 43 Muskeln im Gesicht, die für verschiedene Ausdrucksformen der Mimik verantwortlich sind. Diese Muskeln ermöglichen uns im Prinzip, eine breite Palette von Emotionen auszudrücken, darunter Freude, Traurigkeit, Überraschung, Wut und Angst.

Einige dieser Muskeln sind direkt mit dem Kiefer und den Augenlidern verbunden, während andere die Wangen, Lippen und Stirn beeinflussen.

Die Mimik ist ein wichtiger Teil unserer nonverbalen Kommunikation und trägt maßgeblich dazu bei, unsere Gedanken, Emotionen und Absichten auszudrücken.


Kann man die Muskeln der Mimik einzeln einsetzen?


Viele der 43 Muskeln im Gesicht können prinzipiell einzeln eingesetzt werden, um feine Unterschiede in der Mimik zu erzeugen.

Zum Beispiel können wir unsere Stirn runzeln, um Unbehagen oder Zweifel auszudrücken, oder unsere Lippen kräuseln, um Sarkasmus oder Missbilligung zu signalisieren. Einige Muskeln arbeiten jedoch auch zusammen, um komplexe Mimik auszudrücken, wie zum Beispiel das Lachen oder das Weinen.

Die grundlegende Kontrolle der Gesichtsmuskeln ist ein wichtiger Teil unserer Fähigkeit, mit anderen zu kommunizieren und unsere Emotionen auszudrücken.


Welche Muskeln nutzen wir bei den Grundgefühlen?


Die Muskeln, die bei den Grundgefühlen arbeiten, hängen von der spezifischen Emotion ab. Wir nehmen es mal ganz genau und gucken uns folgende Beispiele an:

  • Glück: Wenn wir glücklich sind, aktivieren wir die Muskeln um unsere Augen und Mund herum, um ein Lächeln zu formen. Dies beinhaltet die Zygomaticus-Muskeln, die sich von den Wangenknochen bis zum Mundwinkel erstrecken, und die Orbicularis-oculi-Muskeln, die um die Augen herum liegen.

  • Trauer: Bei Trauer aktivieren wir oft die Muskeln um unsere Augen herum, um Tränen zu produzieren und unser Gesicht zu "ziehen". Dazu gehören der Corrugator-Supercilii-Muskel, der sich zwischen den Augenbrauen befindet, und der Orbicularis-oculi-Muskel.

  • Angst: Wenn wir Angst haben, kann sich unser Gesicht verkrampfen und unsere Augen weiten. Der Levator-Palpebrae-Superioris-Muskel hebt unsere Augenlider an, um uns besser sehen zu lassen, während der Orbicularis-oculi-Muskel unsere Augen schließt und unsere Pupillen verengt.

  • Wut: Bei Wut spannen wir oft die Muskeln in unserem Kiefer, um unsere Zähne zu knirschen, und in unserem Nacken, um unsere Haltung zu stärken. Dazu gehören der Masseter-Muskel, der für das Kauen zuständig ist, und der Sternocleidomastoideus-Muskel, der unseren Kopf dreht und neigt.

Diese Beispiele zeigen, wie bestimmte Muskeln aktiviert werden, um Emotionen auszudrücken. Es gibt jedoch keine spezifischen Muskeln, die ausschließlich mit bestimmten Emotionen verbunden sind, und die Art und Weise, wie wir unsere Gesichtsmuskeln einsetzen, kann je nach Kultur und individuellem Ausdruck variieren.


Gefühle sind jedoch ein ganzkörperlicher und mentaler Zustand der sehr komplex ist.

Es gibt viele verschiedene Theorien und Ansätze zur Erforschung von Gefühlen in den Bereichen der Psychologie, Neurowissenschaften und Philosophie. In der Psychologie wird die Entstehung von Gefühlen oft als ein Zusammenspiel zwischen biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren betrachtet. Biologisch gesehen spielen dabei bestimmte Hirnareale, Hormone und Neurotransmitter eine Rolle, die für die Aktivierung und Regulierung von Emotionen zuständig sind.

Psychologisch gesehen spielen unsere Wahrnehmung, Interpretation und Bewertung von Ereignissen und Erfahrungen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Gefühlen.

So kann zum Beispiel die Interpretation einer Situation als bedrohlich oder angenehm zu unterschiedlichen emotionalen Reaktionen führen. Auch soziale Faktoren wie Kultur, Normen und Werte können Einfluss auf unsere emotionalen Reaktionen haben.

In der Rhetorik spielt die Fähigkeit, Gefühle bei anderen zu wecken und zu beleben, eine wichtige Rolle. Zudem ist ein authentischer mimischer Ausdruck die Grundlage für kommunikative Eindeutigkeit und klare Vermittlung einer Botschaft.



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